Kaltwintergarten oder Wohnwintergarten | Nutzung, Technik, Kosten und Recht im direkten Vergleich für Hildesheim

Sommerraum oder zusätzliches Zimmer? Woran Sie erkennen, welcher Glasanbau zu Ihrem Alltag passt.

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Redaktion Wintergarten Hildesheim · Inhaltlich geprüft · Zuletzt aktualisiert: 14.10.2026

Kurz gesagt: Ein Kaltwintergarten ist ein unbeheizter Glasraum für Frühjahr, Sommer und Herbst – günstiger und schneller gebaut. Ein Wohnwintergarten ist ein beheizter, gedämmter Wohnraum für das ganze Jahr, mit höherem Preis und GEG-Anforderungen. Entscheidend ist, ob Sie den Raum auch in den dunklen Hildesheimer Wintermonaten nutzen wollen.

Beide Varianten durchrechnen

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Die Entscheidung zwischen beiden Bauarten fällt am Anfang und lässt sich später nur mit Aufwand korrigieren. Sie bestimmt Fundament, Profile, Glas, Heizung und Budget. Deshalb lohnt es, vor dem ersten Angebot ehrlich zu überlegen, wie der Raum genutzt werden soll – als Kaltwintergarten für die warme Jahreshälfte oder als Wohnwintergarten, der ein Zimmer ersetzt.

Kaltwintergarten oder Wohnwintergarten: der Kern

Der Kaltwintergarten verlängert die Terrassensaison. Er hält Wind und Regen ab, fängt Sonne ein und dient im Winter als frostgeschütztes Quartier für Kübelpflanzen. Der Wohnwintergarten ist Teil der Wohnung: Er wird geheizt, ist gedämmt und mit dem Haus so verbunden, dass die Tür dazwischen offen stehen kann.

Vergleichstabelle

MerkmalKaltwintergartenWohnwintergarten
NutzungFrühjahr bis Herbstganzjährig
Heizungkeine oder Frostwächterfest installiert
Profileohne oder mit einfacher Trennungthermisch getrennt
GlasEinfach- oder ZweifachglasWärmeschutz-Zweifach- oder Dreifachglas
BodenTerrassenbelag oder Fliesen auf Fundamentgedämmte Bodenplatte, oft mit Fußbodenheizung
Wohnfläche (WoFlV)zur Hälfte (§ 4 Nr. 3)bei ≥ 2 m lichter Höhe voll (§ 4 Nr. 1)
GEGnicht relevantWärmeschutz einzuhalten

Ein Jahr im Glasraum in Hildesheim

Die DWD-Station Hildesheim misst im Mittel 1991–2020 eine Jahrestemperatur von 9,9 °C, im Januar 2,0 °C, im Juli 18,4 °C ( DWD). Mai bis Juli bringen jeweils über 200 Sonnenstunden, der Dezember etwa 35.

  • März bis Mai: Im Kaltwintergarten an sonnigen Tagen schon angenehm warm, morgens noch kühl.
  • Juni bis August: Beide Varianten brauchen Beschattung und Lüftung, sonst wird es zu heiß.
  • September bis Oktober: Der Kaltwintergarten speichert die Nachmittagssonne, abends wird es frisch.
  • November bis Februar: Nur der Wohnwintergarten bleibt wohnlich, der Kaltwintergarten wird zum Pflanzenquartier.
Kaltwintergarten als geschützter Sitzplatz am Haus in Hildesheim
Der Kaltwintergarten verlängert die Terrassensaison um mehrere Monate – ganz ohne Heizung.

Glas, Profile und Boden

Der größte technische Unterschied steckt im Glas. Einfachglas liegt beim Wärmedurchgang bei ~5,8–6,0 W/(m²K), Zweifach-Wärmeschutzglas bei ~1,0–1,3 W/(m²K) und Dreifachglas bei ~0,5–0,7 W/(m²K) ( energie-experten.org). Für einen geheizten Raum kommt nur Wärmeschutzglas infrage.

Dazu gehören Profile mit thermischer Trennung, damit Aluminium keine Kälte nach innen leitet, und eine gedämmte Bodenplatte. Beim Kaltwintergarten reichen einfachere Profile und ein Fundament ohne Dämmung. Das Dach ist in beiden Fällen aus Verbundsicherheitsglas, wenn es verglast ist.

Warum Tauwasser im beheizten Glasraum ein Planungsthema ist

Warme Raumluft trägt Feuchtigkeit. Trifft sie auf eine kalte Fläche, kondensiert sie. In einem geheizten Wintergarten mit Pflanzen und Bewohnern entsteht viel Feuchte, und die Glasflächen sind die kältesten Bauteile. Gutes Glas, thermisch getrennte Profile und eine wirksame Lüftung halten die Oberflächen warm genug und führen die Feuchte ab. Spart man an einer dieser Stellen, zeigen sich im Winter nasse Rahmen und auf Dauer Schimmel.

Kosten im Vergleich

Unsere Quadratmetersätze liegen beim Kaltwintergarten in Basisausführung bei 890 € bis 1.200 €, in Premiumausführung bei 1.200 € bis 1.500 € und beim Wohnwintergarten komplett bei 2.500 € bis 4.000 € ( Quelle, Stand 2026-07-24).

15 m² GrundflächeRichtpreis
Kaltwintergarten Basis13.350 € – 18.000 €
Kaltwintergarten Premium18.000 € – 22.500 €
Wohnwintergarten komplett37.500 € – 60.000 €

Im Wohnwintergarten-Satz sind Fundament, Heizung, Lüftung, Beschattung und Baugenehmigung bzw. Bauplanung bereits enthalten. Dazu kommen im Betrieb Heizkosten, die beim Kaltwintergarten entfallen.

NBauO, GEG und Wohnfläche

Rechtslage in Niedersachsen: Die Heizung entscheidet nicht über die Verfahrensfreiheit. Nach § 60 Abs. 1 NBauO i. V. m. Anhang Nr. 1.8 (Fassung ab 01.07.2025) gelten für beide Varianten 30 m² Brutto-Grundfläche, 5 m Höhe und 3 m Grenzabstand.

Für den beheizten Wohnwintergarten kommt das Gebäudeenergiegesetz hinzu: Glas, Profile und Boden müssen den Wärmeschutz erfüllen. Bei der Wohnfläche zählt der unbeheizbare Raum zur Hälfte, der beheizbare bei ausreichender Höhe voll (§ 4 Nr. 3 bzw. Nr. 1; WoFlV).

Der temperierte Zwischenweg

Zwischen beiden Varianten liegt der temperierte Wintergarten: besseres Glas als beim reinen Kaltwintergarten, eine kleine Heizung, die den Raum frostfrei und an Übergangstagen angenehm hält. Er ist kein vollwertiges Zimmer, bietet aber mehr Nutzungstage. Wichtig: Sobald fest beheizbar, zählt der Raum nach WoFlV nicht mehr als unbeheizbar.

Entscheidung in fünf Fragen

  1. Wollen Sie den Raum zwischen November und Februar regelmäßig nutzen?
  2. Soll die Tür zum Wohnzimmer dauerhaft offen stehen?
  3. Ist das Budget eher im Bereich eines Terrassenausbaus oder eines Anbaus?
  4. Sollen Kübelpflanzen kühl überwintern?
  5. Spielt die anrechenbare Wohnfläche für Sie eine Rolle?

Wer bei den Fragen 1, 2 und 5 mehrfach mit Ja antwortet, landet meist beim Wohnwintergarten. Liegt das Budget eher beim Terrassenausbau oder stehen die Pflanzen im Vordergrund, passt der Kaltwintergarten besser. Beim Ortstermin gehen wir die Fragen gemeinsam durch.

Wohnwintergarten als ganzjährig genutztes Zimmer mit Sitzbereich
Der Wohnwintergarten ersetzt ein Zimmer – mit Heizung, Dämmung und Wärmeschutzglas.

Kaltwintergarten oder Wohnwintergarten in Hildesheim: häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Kaltwintergarten und Wohnwintergarten?

Ein Kaltwintergarten ist ein unbeheizter Glasraum für die milderen Monate, mit einfacherer Verglasung und ohne gedämmten Boden. Ein Wohnwintergarten ist ein beheizter Wohnraum mit Wärmeschutzglas, thermisch getrennten Profilen, gedämmter Bodenplatte und fester Heizung. Er ist ganzjährig nutzbar, kostet aber deutlich mehr und muss die Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes erfüllen.

Kann man einen Kaltwintergarten später zum Wohnwintergarten umbauen?

Nur eingeschränkt. Eine Heizung lässt sich nachrüsten, aber ohne gedämmten Boden, thermisch getrennte Profile und Wärmeschutzglas bleibt der Raum im Winter schwer warm zu halten und neigt zu Tauwasser. Wer einen späteren Umbau absehen kann, sollte Boden und Profile gleich auf Wohnraumniveau planen und nur die Heizung aufschieben.

Lohnt sich ein Wohnwintergarten in Hildesheim?

Er lohnt sich, wenn Sie den Raum auch zwischen November und März nutzen wollen. Die DWD-Station Hildesheim misst im Januar im Mittel 2,0 °C und im Dezember nur rund 35 Sonnenstunden; ohne Heizung und Dämmung ist ein Glasraum dann ungemütlich. Wer vor allem Frühjahr bis Herbst draußen sitzt, ist mit einem Kaltwintergarten gut und günstiger bedient.

Braucht ein Wohnwintergarten eher eine Baugenehmigung als ein Kaltwintergarten?

Nein. In Niedersachsen hängt die Verfahrensfreiheit an 30 m² Brutto-Grundfläche, 5 m Höhe und 3 m Grenzabstand, nicht an der Heizung. Ein beheizter Wintergarten muss aber den Wärmeschutz nach dem Gebäudeenergiegesetz einhalten. Das betrifft Glas, Profile und Bodendämmung und wird in der Planung nachgewiesen.

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