Redaktion Wintergarten Hildesheim · Inhaltlich geprüft · Zuletzt aktualisiert: 14.10.2026
Kurz gesagt: Ein Wintergarten am Boden braucht ein eigenes, frostfrei gegründetes Fundament. Am Anbau ist das meist ein Streifenfundament, bei leichten Kaltwintergärten genügen manchmal Punktfundamente, und beim beheizten Wohnraum empfiehlt sich eine gedämmte Bodenplatte. Die Gründungstiefe richtet sich nach Boden und Bestandshaus; als allgemeiner Richtwert gelten ca. 80–100 cm.
Fundament und Glasanbau zusammen planen
Im Konfigurator Größe und Bauform wählen – die Gründung kalkulieren wir beim Aufmaß mit.
Bei einem Glasanbau denkt man an Profile, Scheiben und Schiebetüren. Die Arbeit beginnt aber eine Etage tiefer, im Erdreich. Für jeden Wintergarten-Anbau planen wir die Gründung deshalb als eigenen Arbeitsschritt – mit Blick auf das Haus, an das angebaut wird, und auf den Boden, auf dem es steht.
Wintergarten Fundament: was es leisten muss
Das Fundament hat drei Aufgaben. Es trägt das Gewicht von Profilen und Glas, dazu Schnee auf dem Dach und die Kräfte, die Wind an den Seitenwänden erzeugt. Es hält die Konstruktion auf Dauer in derselben Lage, auch wenn der Boden im Winter gefriert. Und es bildet die untere Grenze gegen Feuchtigkeit aus dem Erdreich.
Versagt eine dieser Aufgaben, merkt man es selten sofort. Typisch sind Schäden, die nach zwei oder drei Wintern auftauchen: eine Schiebetür, die schleift, ein Riss im Sockelputz, eine Fuge zur Hauswand, die sich öffnet. Nachbessern ist dann aufwendig, weil die Konstruktion schon steht.
Streifen, Punkt oder Platte: die drei Fundamentarten
| Art | Passt zu | Stärke | Grenze |
|---|---|---|---|
| Streifenfundament | Anbau am Haus, Kalt- und Wohnwintergarten | trägt entlang aller Außenkanten, gut an Bestand anschließbar | Aushub rundum |
| Punktfundament | leichte, unbeheizte Konstruktionen | wenig Erdarbeit, wenig Beton | nur bei geringen Lasten und passender Pfostenteilung |
| Bodenplatte | beheizter Wohnraum, Fußbodenheizung | vollflächig, Dämmung integrierbar, kaum Wärmebrücken | höchster Aufwand |
Beim Streifenfundament läuft ein Betonbalken unter allen Außenwänden des Wintergartens entlang. Er nimmt Schwellen und Pfosten auf und lässt sich an die Gründung des Hauses heranführen. Innen kann dann ein Estrich auf Dämmung folgen.
Punktfundamente sitzen nur unter den tragenden Pfosten. Das spart Aushub, verlangt aber eine Konstruktion, die ihre Last tatsächlich auf diese Punkte bündelt. Für ein Glashaus mit Wohnraumanspruch sind sie selten die richtige Wahl.
Die Bodenplatte ist die aufwendigste Variante. Sie bietet eine ebene, durchgehende Fläche, unter der eine Dämmlage liegt und in die Heizrohre eingebaut werden können. Wer einen ganzjährig geheizten Raum möchte, umgeht damit die kalten Randzonen eines reinen Streifens.
Frostfreie Gründung als Grundregel
Gefriert Wasser im Boden, dehnt es sich aus und kann ein zu flach liegendes Fundament anheben. Taut der Boden, sackt es wieder ab – nicht unbedingt gleichmäßig. Deshalb muss die Unterkante der Gründung unter der frostgefährdeten Schicht liegen. Für die Planung nennen wir regional ca. 80–100 cm als allgemeinen Richtwert, nicht als Messwert für ein bestimmtes Grundstück.
Kein Pauschalwert: Eine feste Frosttiefe für ganz Hildesheim gibt es in unserer Planung nicht. Wir legen die Tiefe am Grundstück fest und orientieren uns an der Gründung des bestehenden Hauses.
Untergrund in Hildesheim: Tal, Hang und Altbau
Die Stadt liegt nicht einheitlich. Die Innenstadt sitzt auf rund 81 m Höhe, zwischen Zentrum und Moritzberg fließt die Innerste, und im Süden steigen die Hänge zum Hildesheimer Wald an. Ein Grundstück in Ochtersum am Rand eines Neubaugebiets bringt andere Voraussetzungen mit als ein Garten hinter einem Gründerzeithaus in der Oststadt oder ein Hanggrundstück in Neuhof.
Am Hang fällt beim Aushub ein Ende tiefer aus als das andere, und Oberflächenwasser muss gezielt am Anbau vorbeigeführt werden. In Flussnähe fragen wir nach dem Grundwasserstand und nach nassen Kellern in der Nachbarschaft. Ist der Boden unklar, empfehlen wir ein Baugrundgutachten, bevor wir die Gründung festlegen.
Anschluss an Gründerzeithaus, Siedlungshaus und Neubau
Das neue Fundament soll sich mit dem Haus vertragen. Liegt der Keller tief, das neue Fundament aber flach, setzen sich beide unterschiedlich – die Fuge dazwischen reißt. Wir graben deshalb an der Anschlussseite bis zur Gründung des Hauses auf und prüfen, ob dort eine Abdichtung vorhanden und intakt ist.
Bei Häusern der 1920er- und 30er-Jahre, wie sie auf der Marienburger Höhe stehen, ist die vorhandene Kellerabdichtung oft nicht mehr auf heutigem Stand. Wird hier angebaut, ist der Moment günstig, die Wand im Anschlussbereich gleich mit zu sanieren, statt die Schwachstelle unter dem Wintergarten einzuschließen.
Wie wir die Abdichtung zwischen Fundament, Wand und Boden aufbauen
Unten trennt eine Sperrschicht das Fundament vom aufgehenden Bauteil, damit Feuchte nicht kapillar nach oben steigt. Die Abdichtung der Bodenplatte oder des Estrichs wird an der Hauswand hochgeführt und überlappt mit der Wandabdichtung, statt stumpf daran zu enden. Außen sorgt ein Gefälle vom Anbau weg dafür, dass Regenwasser nicht am Sockel stehen bleibt. Erst wenn diese Schichten geschlossen sind, setzen wir die Bodenschwelle der Konstruktion.
Kann die Terrassenplatte das Fundament ersetzen?
Der Wunsch ist verständlich: Die Terrasse ist da, warum also neu graben? Beim Umbau zur Terrasse zum Wintergarten prüfen wir drei Punkte, bevor wir die vorhandene Fläche einplanen:
- Ist die Platte bewehrt und dick genug für Punktlasten von Pfosten mit Glasdach?
- Reicht die Gründung an den Rändern bis in frostfreie Tiefe?
- Lässt sich eine Abdichtung gegen Bodenfeuchte nachträglich herstellen?
Häufig lautet die Antwort auf mindestens eine Frage nein. Dann setzen wir unter die Pfostenlinie ein neues Streifenfundament und erhalten den Belag in der Fläche, wenn er eben und intakt ist.
Lasten aus Schnee und Wind
Was auf dem Dach liegt, landet im Fundament. Hildesheim gehört zur Schneelastzone 2 mit einem Mindestwert von 0,85 kN/m² am Boden und zur Windzone 2 ( DIBt). In Hanglagen ab etwa 285 m steigt die Schneelast über diesen Mindestwert. Die konkreten Lasten ermittelt die Statik für das jeweilige Projekt; das Fundament wird danach bemessen.
Ablauf: vom Aufmaß bis zur Montage
- Beratung & Aufmaß-Termin vor Ort
- Planung inkl. Statik, ggf. Bauantrag oder Anzeige des verfahrensfreien Vorhabens
- Fundamentarbeiten
- Montage der Konstruktion & Verglasung
- Innenausbau (Elektrik, Heizung, Beschattung) & Abnahme
Gebaut wird das Fundament erst, wenn Aufmaß, Statik und – wo nötig – das Verfahren bei der Bauaufsicht abgeschlossen sind. Nach dem Betonieren braucht es Zeit zum Aushärten, bevor Schwellen und Pfosten montiert werden. Diese Pause zu verkürzen spart wenige Tage und riskiert Jahre an Folgeschäden.
Wintergarten Fundament und NBauO in Hildesheim
Das Baurecht betrachtet den Wintergarten als Ganzes. Nach § 60 Abs. 1 NBauO i. V. m. Anhang Nr. 1.8 (Fassung ab 01.07.2025) bleiben Glasanbauten bis 30 m² Brutto-Grundfläche und 5 m Höhe mit mindestens 3 m Abstand zur Nachbargrenze ohne Verfahren ( NI-VORIS (Anhang NBauO)). Ist ein Antrag nötig, gehören Fundamentplan und statischer Nachweis zu den Unterlagen. Mehr dazu im Ratgeber Wintergarten Baugenehmigung Niedersachsen – alle Details.
Wintergarten Fundament in Hildesheim: häufige Fragen
Welches Fundament ist für einen Wintergarten richtig?
Für die meisten Anbauten ist das Streifenfundament die Standardlösung, weil es die Lasten entlang der Außenkanten aufnimmt. Leichte, unbeheizte Konstruktionen kommen teils mit Punktfundamenten aus. Für einen beheizten Wohnwintergarten mit Fußbodenheizung ist eine gedämmte Bodenplatte meist die bessere Wahl. Entscheidend sind Bauform, Nutzung und Untergrund.
Wie tief muss ein Wintergarten-Fundament in Hildesheim gegründet werden?
Es muss unter die frostgefährdete Zone reichen, damit gefrierendes Bodenwasser es nicht anhebt. Als allgemeiner Richtwert gelten regional ca. 80–100 cm. Die tatsächliche Tiefe legen wir am Grundstück fest: Bodenart, Grundwasser und die Gründung des Hauses spielen mit hinein. Ein pauschaler Wert für ganz Hildesheim wäre unseriös.
Reicht meine Terrasse als Fundament für den Wintergarten?
Nur in Ausnahmefällen. Viele Terrassen liegen auf Splitt oder einer dünnen Platte, die für Gehlasten genügt, aber nicht für die gebündelten Lasten von Pfosten mit Glasdach und Schnee. Außerdem fehlt oft die frostfreie Gründung am Rand. Ob sich die Fläche nachrüsten lässt oder ein neuer Unterbau nötig ist, klären wir beim Aufmaß.
Braucht das Fundament eine eigene Baugenehmigung?
Nein, das Fundament wird nicht getrennt beurteilt. Ob ein Verfahren nötig ist, hängt am gesamten Wintergarten: In Niedersachsen bleiben Wintergärten bis 30 m² Brutto-Grundfläche und 5 m Höhe mit 3 m Abstand zur Nachbargrenze verfahrensfrei. Wird ein Bauantrag nötig, gehören Fundamentplan und Statik zu den Unterlagen.
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